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Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2020


 
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg  •  Historisches Seminar
Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte Westeuropas  •  Prof. Dr. Jörn Leonhard
 


Alle Angaben ohne Gewähr! Änderungen nicht ausgeschlossen!

Vorlesungen

Titel

Umbrüche und lange Dauer. Geschichte Frankreichs 1750-1950 (Teil 1)

Dozierende

Prof. Dr. Jörn Leonhard

Uhrzeit

Dienstag, 10-12 Uhr c.t.

Raum

HS 1010 (KG I)

Typ

Vorlesung (Beginn: 21. April 2020)

Veranstaltungsnummer

06LE11V-20204

Kommentar

Inwiefern stellte Frankreich zwischen der Mitte des 18. Jahrhunderts und dem langen Ausgang des Zweiten Weltkrieges ein Laboratorium der neuzeitlichen Geschichte dar? Die Vorlesung blickt auf diese 200 Jahre in exemplarischer Absicht, in der zwei Zeitachsen und eine thematische Rahmung zusammengeführt werden sollen: zunächst, um Krisen, Revolutionen und Kriege zwischen dem letzten Drittel des 18. Jahrhunderts und den 1870er Jahren im Blick auf Staat und Politik sowie Gesellschaft und Wirtschaft zu untersuchen; zweitens, um nach Bedingungen und Rhythmen von Stabilisierung und Instabilität in Politik und Gesellschaft Frankreichs im Zeitalter der Weltkriege zu fragen, sowie drittens, um die Geschichte Frankreichs ausdrücklich als eine Globalgeschichte zu analysieren, die z.B. die weltweite Wirkung der Französischen Revolution und der Napoleonischen Herrschaft sowie die Kolonialexpansion, die Dekolonisierung und ihre Rückwirkungen auf Frankreich systematisch integriert. Der erste Teil der Vorlesung behandelt die Phase vom 18. Jahrhundert bis zum späteren 19. Jahrhundert. Die Vorlesung schließt mit einer Klausur in der letzten Vorlesungswoche.

Literatur

Jens Ivo Engels, Kleine Geschichte der Dritten französischen Republik (1870-1940), Paderborn 2007; Ernst Hinrichs (Hg.), Geschichte Frankreichs. 2. Aufl. Stuttgart 2014; Emmanuel Fureix und François Jarrige , La modernité désenchantée: relire l’histoire du XIXe siècle français, Paris 2015; Patrice Gueniffrey, Histories de la Révolution et de l’Empire, Paris 2011; Matthias Waechter, Geschichte Frankreichs im 20. Jahrhundert, München 2019.

 

Hauptseminare

Titel

Die langen Schatten der Revolution. Politische Theoretiker als Krisendiagnostiker im 19. Jahrhundert

Dozierende

Prof. Dr. Jörn Leonhard

Uhrzeit

Mittwoch, 10-13 Uhr c.t.

Raum

Übungsraum 2 (KG IV)

Typ

Hauptseminar (Beginn 22.04.2020)

Veranstaltungsnummer

06LE11S-202054

Kommentar

Politische Theoretiker wie Alexis de Tocqueville, John Stuart Mill, Karl Marx oder Max Weber wirkten im 19. Jahrhundert einerseits als politische und gesellschaftliche Theoretiker und Zeitdiagnostiker. Andererseits verstanden sie ihr theoretisches und wissenschaftliches Engagement immer wieder als Teil eines konkreten politischen Engagements. Das verleiht ihren Arbeiten einen ganz besonderen Rang, der weit über die klassische Ideengeschichte der modernen Ismen, des Liberalismus, Konservatismus, Sozialismus, Kommunismus, Nationalismus oder auch des politischen Katholizismus hinausweist. Das Seminar blickt auf zentrale Texte einflussreicher Autoren, die sich zwischen dem Ausgang der Französischen Revolution und dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs mit Revolution und Gegenrevolution, Freiheit und Gleichheit, Gesellschaft und Gemeinschaft, mit den Bedingungen politischer Stabilität und sozialer Dynamik, mit dem Verhältnis zwischen Individuum und Masse und den Bedingungen einer gerechten Staats- und Gesellschaftsordnung beschäftigten. Die Texte sollen ausdrücklich nicht als losgelöste Beiträge zur politischen Theoriebildung verstanden, sondern als zeitgenössische Krisendiagnosen aus je konkreten Kontexten interpretiert werden. Im diachronen Schnitt werden so für das lange 19. Jahrhundert Veränderungsschwellen in der Verarbeitung von Krisenerfahrungen erkennbar.

Das Abgabedatum für die Hausarbeit ist der 15. September 2020.
Mündliche Prüfungen nach individueller Absprache i.d.R. zwischen dem 27. Juli und 02. Oktober 2020.

Die Veranstaltung kann als komparatives Masterseminar in beiden M.A.Studiengängen belegt werden.

Zu erbringende Prüfungsleistung: Hausarbeit.

Zu erbringende Studienleistungen: Impulsreferat, Essays, Protokoll.

Literatur

Klaus von Beyme, Politische Theorien im Zeitalter der Ideologien. 17891945, Wiesbaden 2002; J. W. Burrow, European Thought, 1848-1914, New Haven 2000; Gareth Stedman Jones und Gregory Claeys (Hg.), The Cambridge History of Nineteenth Century Political Thought, Cambridge 2008; Walter Reese-Schäfer, Klassiker der politischen Ideengeschichte. Von Platon bis Marx. München 2007; Theo Stammen, Gisela Riescher und Wilhelm Hofmann (Hg.), Geschichte der politischen Theorie, Stuttgart 1997; Willibald Steinmetz, Europa im 19. Jahrhundert. Neue Fischer Weltgeschichte, Bd. 6, Frankfurt/M. 2019.

 

 

Titel

Interdisziplinäres Hauptseminar (Kooperation mit Moraltheologie und Rechtswissenschaft): Die Rückkehr der Gewalt. Aktuelle Herausforderungen der Friedensethik

Dozierende

Prof. Dr. Jörn Leonhard (Geschichte), Prof. Dr. Silja Vöneky (Rechtswissenschaft), Prof. Dr. Eberhard Schockenhoff (Theologie)

Uhrzeit

Montag, 16-18 Uhr c.t.

Raum

HS 1032 (KG I)

Typ

Hauptseminar (Beginn 20.April 2020)

Veranstaltungsnummer

 

Kommentar

Nach dem Zweiten Weltkrieg bekannte sich die internationale Staatengemeinschaft in der Charta der Vereinten Nationen zu einer neuen Weltordnung, die auf eine universale Ächtung des Krieges und des Einsatzes militärischer Gewalt sowie auf die weltweite Anerkennung der Menschenrechte gegründet war. Dennoch führten viele Staaten seitdem in über 100 Fällen untereinander Kriege, denen zusammen über 20 Mio. Tote zum Opfer fielen. Auch die nach dem Ende der bipolaren Weltordnung während des Kalten Krieges aufgekommene Hoffnung auf eine weltweite Friedensperiode und eine sogenannte Friedensdividende hat sich inzwischen als trügerisch erwiesen. Mit den Gewaltaktionen des internationalen Terrorismus kehrte die Gewalt auch in die Metropolen Europas zurück, dessen Länder sich durch „Out-of-area“-Einsätze in entlegenen Regionen der Welt zu verteidigen versuchen. In diesen „Krieg gegen den Terrorismus“ – diese Bezeichnung wird im Seminar kritisch zu diskutieren sein – stehen sie einem Gegner gegenüber, der für sich die völkerrechtlichen Einschränkungen legitimer militärischer Gewaltanwendung nicht akzeptiert. Zu der Problematik einer asymmetrischen und hybriden Kriegsführung, die die „neuen Kriege“ kennzeichnet, tritt die Entwicklung neuer Waffensysteme (automatisierter Kampfroboter), die im Afghanistan-Konflikt und in den gezielten Tötungsaktionen der US-Streitkräfte im Mittleren Osten bereits im Einsatz sind. Schließlich drohen dem Weltfrieden Gefahren durch die Krise, in die die Verträge zur atomaren Abrüstung und zur Nichtverbreitung von Atomwaffen geraten sind. Für die christlichen Kirchen, die ihre frühere Lehre vom gerechten Krieg seit dem Beginn der Entspannungspolitik verabschiedet und durch eine Theorie des gerechten Friedens ersetzt hatten, stellt sich die Frage, wie sie auf die Rückkehr der Gewalt in vielen Teilen der Erde und auf die neuen Bedrohungsszenarien reagieren sollen. Welche Teilschritte auf dem Weg zum Global zero, zu einer atomwaffenfreien Welt sind in absehbarer Zeit möglich? Wie kann die Architektur der internationalen Staatengemeinschaft nach dem Ende der gemeinsamen Sicherheitspartnerschaft zwischen den USA als der ehemaligen Führungsmacht des Westens und der Russischen Föderation umgestaltet werden? Welche Rolle können Nichtregierungsorganisationen und christlich motivierte Friedensgruppen zur Versöhnung ehemaliger Konfliktparteien in Krisengebieten anbieten? Das Seminar möchte Studierende zum Austausch mit anderen Disziplinen einladen, indem es die aktuellen Herausforderungen der Friedensethik unter den Perspektiven des Völkerrechts, der neueren Geschichtswissenschaft und der Moraltheologie analysiert.

Leistung: Teilnahme, Referat, Hausarbeit

ECTS-Punkte: 6 (bzw. 10 nach Absprache mit Prof. Dr. Leonhard)

 

 

Titel

„O Freunde, nicht diese Töne!“. Eine politische Musik-Geschichte, ca. 1800 bis 2020

Dozierende

Dr. Friedemann Pestel

Uhrzeit

Dienstag, 12-15 Uhr (c.t.)

Raum

R 106 (Breisacher Tor)

Typ

Hauptseminar (Beginn 21. April 2020)

Veranstaltungsnummer

06LE11S-202055

Kommentar

Musikalisch steht das Jahr 2020 im Zeichen des 250. Geburtstags von Ludwig van Beethoven. Das Jubiläum firmiert als kulturpolitisches Projekt im deutschen Koalitionsvertrag von 2013; im öffentlichen Sprechen wird Beethoven international als ,Europäer‘ beschworen, wohingegen im Brexit-verunsicherten Großbritannien über die Aufführung der Neunten Sinfonie als politisch ungemessene Geste gestritten wird. Musik im Allgemeinen, und Beethovens Werk im Besonderen, war und ist immer wieder Gegenstand politischer und gesellschaftlicher Debatten und Aufladungen. Ihre Bedeutung erschließt sich in unterschiedlichen politischen Kontexten und konkreten Aufführungssituationen immer wieder neu. Damit eröffnet die Beschäftigung mit Musik auch der Geschichtswissenschaft lohnenswerte thematische und methodische Pfade.
Mit einem Hauptfokus auf ,klassischer‘ Musik diskutiert das Seminar Akteure, Institutionen und Wirkungen politischer Aufladungen und gesellschaftlicher Einbettung von Musik – im Rahmen von Nationsbildungsprozessen, Kulturpropaganda, Kulturdiplomatie oder des Mu-sikmarktes ebenso wie mit Blick auf Inklusion und Exklusion durch musikalische Aufführun-gen. Dabei bildet neben Ludwig van Beethoven das Leben, Werk und die Rezeption Wagners einen zweiten Schwerpunkt des Seminars.
Das Wechselverhältnis von Musik und Politik behandelt das Seminar in seinen nationalen, europäischen und globalen Dimensionen. Unser Augenmerk gilt der Rolle der Musik beim Wiener Kongress, der Kulturpropaganda der Kontrahenten des Ersten Weltkriegs oder der deutschen Teilung ebenso wie der Popularität Beethovens in Japan oder dem israelischen Wagner-Boykott. In einer Langzeitperspektive von der Französischen Revolution bis in die Gegenwart kommt gerade der Frage nach den bemerkenswerten Kontinuitäten politischer Aufladungen von Musik besonderes Gewicht zu.
Teilnahmevoraussetzung ist ein grundlegendes Interesse an (klassischer) Musik sowie die Bereitschaft, neben dem Seminar auch BeethovenSinfonien und Wagner-Opern zu hören. Ergänzt wird das Seminar durch eine dreitägige Exkursion nach Bonn und Bayreuth.

Das Abgabedatum für die Hausarbeit ist der 25. September 2020.
Mündliche Prüfungen nach individueller Absprache i.d.R. zwischen dem 27. Juli und 02. Oktober 2020.

Zu erbringende Studienleistungen: Impulsreferat, Protokoll, zwei Essays und eine Rezension, Prüfungsexposé.

Literatur

Sven Oliver Müller/Jürgen Osterhammel: Geschichtswissenschaft und Musik, in: Geschichte und Gesellschaft 38 (2012), S. 5–20; Esteban Buch: Beethovens Neunte. Eine Biographie, Berlin 2000; David B. Dennis: Beethoven in German Politics, 1870–1989, New Haven 1996; Sven Oliver Müller: Richard Wagner und die Deutschen. Eine Geschichte von Hass und Hingabe, München 2013.

 

Proseminare

Titel

Großstadt und Moderne, ca. 1850-1914

Dozierende

Dr. Claudia Gatzka

Uhrzeit

Donnerstag. 13-16 Uhr c.t.

Raum

R 206 (Breisacher Tor)

Typ

Proseminar (Beginn: 23. April 2020)

Veranstaltungsnummer

06LE11S-202010

Kommentar

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verdoppelte sich der Anteil der städtischen Bevölkerung in Europa. Paris und London entwickelten sich zu Metropolen, die anzeigten, was bald auch für andere Großstädte gelten sollte: Urbanität brachte eine radikal gewandelte, eine ‚moderne‘ Lebensrealität hervor, die sich in ihren Räumen und Rhythmen, Zeiten und Sozialitäten von dem Leben auf dem Land fundamental unterschied, das so viele Zeitgenossen in der Ära der Urbanisierung hinter sich ließen. Das Proseminar untersucht die wachsende Großstadt zwischen ca. 1850 und dem Beginn des Ersten Weltkriegs als Ort und Laboratorium der ‚Moderne‘, aber auch als modernen ‚Moloch‘, und folgt darin den ambivalenten Zuschreibungen, die die Großstadt in Literatur, Kunst, Wissenschaft und Massenmedien der Zeit trafen. Mit Blick auf Europa und Nordamerika – und die Konkurrenzverhältnisse zwischen den werdenden Metropolen – interessiert es sich für die neuen städtischen Infrastrukturen, die florierenden Stadtentwürfe der Zeit, für urbane Lebens-, Arbeits- und Vergnügungsweisen sowie für die Problematisierung von Urbanität in der entstehenden Stadtsoziologie und den sich entfaltenden Massenmedien. Überdies richtet es seinen Blick auf die Stadt als (mediale) Öffentlichkeit und als materiellen Raum, die mit der Masse, dem Monument, dem dicht bewohnten Stadtviertel oder dem Industriekomplex ganz neue Perspektiven auf Politik, Technik, Ökonomie und menschliches Zusammenleben bereitstellte – und die deshalb in der hier betrachteten Epoche zur Bühne des ‚Fortschritts‘ und der (Welt-)Politik avancierte.
Das Abgabedatum für die Hausarbeit ist der 02. Oktober 2020.
Mündliche Prüfungen nach individueller Absprache i.d.R. zwischen dem 27. Juli und 02. Oktober 2020.
Zu erbringende Studienleistungen: Zwei Essays, Protokoll, Kurzreferat, Klausur.

Literatur

Friedrich Lenger, Metropolen der Moderne. Eine europäische Stadtgeschichte seit 1850, München 2013; Moritz Föllmer, Grenzen und urbane Modernität. Überlegungen zu einer Gesellschaftsgeschichte städtischer Interaktionsräume, in: H-Soz-u-Kult, 14.09.2006, http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/forum/id=788&type=diskussionen; Malte Zierenberg, Stadtgeschichte, Version: 1.0, in: DocupediaZeitgeschichte, 25.10.2016, URL: http://docupedia.de/zg/Zierenberg_stadtgeschichte_v1_de_2016? oldid=125414.

 

 

Titel

Die europäische Arbeiterbewegung 1889-1933

Dozierende

Dr. Claudia Gatzka

Uhrzeit

Mittwoch, 13-16 Uhr (c.t.)

Raum

HS 1140 (KG I)

Typ

Proseminar (Beginn: 22. April 2020)

Veranstaltungsnummer

06LE11S-202011

Kommentar

Seit ihrer Entstehung war die europäische Arbeiterbewegung von einem besonderen Spannungsverhältnis geprägt: International und universalistisch in Programmatik und Ausrichtung, brachte sie immer wieder ideologisch, regional oder personell bedingte Flügelkämpfe und Abspaltungen hervor und konnte sich dem Sog nationalstaatlicher Integration nicht entziehen, der Ende des 19. Jahrhunderts stärker wurde. Das Proseminar widmet sich der wohl dynamischsten und spannungsreichsten Epoche der europäischen Arbeiterbewegung zwischen 1889 und 1933, als die Sozialisten, Sozialdemokraten und ihre Gewerkschaften zu den führenden politischen Kräften aufstiegen, doch zugleich die Grenzen ihrer inneren Kohäsionskraft und internationaler Zusammenarbeit offenkundig wurden. Das Proseminar nähert sich der Arbeiterbewegung in ihren unterschiedlichen lokalen und nationalen Ausprägungen sowie auf internationalen Kongressen. In einer Ära, die von eklatanter Globalisierung und reaktiver nationalistischer Abschottung geprägt war, soll das Handeln der Akteure, die für die Arbeiterbewegung sprachen und sich ihr zuordneten, in ihren widerstreitenden Loyalitäten nachvollzogen werden. Dabei soll ein besonderes Augenmerk auf ihrer Haltung zu Imperialismus und Kolonialismus sowie ihrem Umgang mit ausländischen Arbeitsmigranten liegen, deren Auftreten diese Epoche kennzeichnete und die internationalistisch-universalistische Ausrichtung der Arbeiterbewegung einem ‚Realitätscheck‘ unterzog. Neben der Zweiten Internationale (1889-1914) und einem intensiven Blick auf den Aufstieg der SPD nach Ende des Sozialistengesetzes wird sich das Seminar ausführlich mit Ursachen und Folgen der Spaltung der Arbeiterbewegung in Krieg und Revolution sowie mit der fortdauernden sozialistisch-kommunistischen Konkurrenz seit 1917 beschäftigen. Abschließend stehen die Streikwellen und sozialen Unruhen der ersten Nachkriegszeit sowie der Kampf der Arbeiterparteien gegen die aufstrebenden völkischen und faschistischen Bewegungen im Vordergrund, der schließlich mit ihrer wohl herbsten Niederlage 1933 endete
Das Abgabedatum der Hausarbeit ist der 02. Oktober 2020
Mündliche Prüfungen nach individueller Absprache i.d.R. zwischen dem 27. Juli und 02. Oktober 2020.
Zu erbringende Studienleistungen: Zwei Essays, Protokoll, Kurzreferat, Klausur.

Literatur

Stefan Berger, Social Democracy and the Working Class in Nineteenth and Twentieth Century Germany, Harlow 2000; ders., Die europäische Arbeiterbewegung und ihre Historiker: Wandlungen und Ausblicke, in: Jahrbuch für europäische Geschichte 6 (2005), 151–182; Geoff Eley, Forging democracy. The history of the left in Europe, 1850-2000, Oxford 2002; Helga Grebing, Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung. Von der Revolution 1848 bis ins 21. Jahrhundert, Berlin 2007; http://www.geschichte-der-sozialdemokratie.de.
 

Übungen

Titel

Abschlussarbeiten schreiben - Chance und Herausforderung. Eine Praxisübung

Dozierende

PD Dr. Sonja Levsen

Uhrzeit

Donnerstag, 8:30–10 Uhr Uhr s.t.

Raum

HS 4429 (KG IV)

Typ

Übung (Beginn: 23. April 2020)

Veranstaltungsnummer

06LE11Ü-202014

Kommentar

Abschlussarbeiten sind eine Herausforderung – und eine Chance. Sie fordern Quellenarbeit auf einem höheren Niveau und in größerem Umfang als Seminararbeiten; es gilt, eine Fragestellung zu finden und eine Gliederung für einen wesentlich umfangreicheren Text zu entwickeln, als man jemals zuvor geschrieben hat. Zugleich bieten sie Chancen: die Möglichkeit, sich in ein selbstgewähltes Thema für einige Monate zu vertiefen, eigene Interessen und Fragen an die Geschichte zu verfolgen, mit digitalen Quellen oder im Archiv zu arbeiten, Forschungslücken zu entdecken und sich damit vieles Neue zu erschließen. Die Übung richtet sich an Studierende in den Masterstudiengängen der Geschichtswissenschaft und der Historischen Anthropologie, aber auch an Studierende im Lehramt/Master of Education, wenn die Arbeit im Fach Geschichte geschrieben wird. Sie können die Übung zu jedem Zeitpunkt Ihres Masterstudiums besuchen, vor oder während der Masterarbeit. Besonders interessierte Bachelor-Studierende können nach Absprache gern teilnehmen. Wir werden praxisnah an all jenen Herausforderungen arbeiten, die Abschlussarbeiten mit sich bringen: Wie Fragestellung und Quellenkorpus finden? Welche Quellengattungen, von digitalen Quellen bis zum Archivbesuch? Welche Archive kommen in Frage? Was macht eine Einleitung aus, was einen guten Forschungsstand? Welche Funktion können Theorien in einer Abschlussarbeit haben? Wie integriert man Quelleninterpretation einerseits und Forschungsbezüge andererseits? Wie sieht ein gelungenes Fazit aus? Welche Kriterien liegen der Bewertung zugrunde, welche Feedbackmöglichkeiten gibt es? Diese und viele andere Fragen werden wir – in mehreren Sitzungen auch im Gespräch mit ‚Expert_innen‘, d.h. mit Absolventinnen, die bereits Masterarbeiten geschrieben haben – , thematisieren. Gearbeitet wird zudem mit Textbeispielen der Teilnehmer_innen (etwa aus eigenen Bachelorarbeiten oder laufenden Arbeiten), auch mit individuellem Feedback.

 

 

Titel

Überleben - Erleben - Schreiben: Tagebücher aus nationalsozialistischen Konzentrationslagern

Dozierende

Dr. Theo Jung

Uhrzeit

Montag, 16-19 Uhr c.t.

Raum

HS 4450 (KG IV)

Typ

Übung (Beginn: 20. April 2020)

Veranstaltungsnummer

06LE11Ü-202015

Kommentar

Während die ältere NS-Forschung sich vor allem auf die Ursachen und Vorgänge des Geschehens – und damit hauptsächlich auf die Täterseite – konzentrierte, ist in jüngerer Zeit die Perspektive der Opfer stärker ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt worden. Eine Quellengattung, die einen besonderen Zugang zu diesem Thema erschließt, sind die Tagebücher, die von (jüdischen und nicht-jüdischen) Häftlingen in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern geschrieben wurden. Trotz der überaus schwierige Schreibsituation war einigen Häftlingen das schriftliche Festhalten des Erlittenen so wichtig, dass sie bereit waren, die großen Mühen und Risiken, die das Tagebuchschreiben in diesem Kontext bedeutete, auf sich zu nehmen. Über den bloßen Informationswert dieser Zeugnisse hinaus bietet diese Quellengattung einen einzigartigen Einblick in die Erfahrung der Häftlinge im Lager sowie in ihren sprachlichen Umgang mit dieser. In dieser Übung werden anhand ausgewählter Tagebücher eine Reihe von Fragen aufgeworfen: Wie artikulierten Häftlinge ihre Erfahrungen im Lager? Mit welchen realen, aber auch sprachlichen Grenzen sahen sich die TagebuchschreiberInnen konfrontiert? Machen sich in dem schreibenden Umgang mit dem Lagerkontext soziale Kategorien wie Geschlecht, Sozialisation, Religionszugehörigkeit, Alter, usw. bemerkbar? Welche Bedeutung hatte die Praxis des Tagebuchschreibens für die AutorInnen im Kontext des Lagers? Während die intensive Auseinandersetzung mit den Quellen im Vordergrund steht, sollen auch verschiedene weiterführende Fragen – wie beispielsweise nach der Gattung Tagebuch als historische Quelle oder den Debatten über die sprachliche ‚Darstellbarkeit‘ des Holocaust – diskutiert werden.
NB: Da einige Sitzungen ausfallen ist die Sitzungsdauer 3-stündig (mit Pause) angesetzt.
Zu erbringende Studienleistungen: Protokoll, Referat.

Literatur David Patterson: Along the Edge of Annihilation. The Collapse and Recovery of Life in the Holocaust Diary, Seattle, WA 1999; Alexandra Garbarini: Numbered Days. Diaries and the Holocaust, New Haven, CT 2006; Dominique Schröder: „Niemand ist fähig, das alles in Worten auszudrücken“. Tagebuchschreiben in nationalsozialistischen Konzentrationslagern, 1939-1945, unveröff. Diss., Univ. Bielefeld, 2015; Amos Goldberg, Trauma in First Person. Diary Writing during the Holocaust, Bloomington, IN 2017.
 

Kolloquium

Titel

Kolloquium zur Europäischen Geschichte

Dozierende

Prof. Dr. Jörn Leonhard

Uhrzeit

Dienstag, 18-20 Uhr c.t.

Raum

Übungsraum 2, KG IV

Typ

Kolloquium (Beginn: 21. April 2020)

Veranstaltungsnummer

06LE11K-20204

Kommentar

Im Kolloquium werden aktuelle Forschungsprojekte sowie laufende Abschlussarbeiten zum Themenbereich der europäischen und internationalen Geschichte vom 18. bis zum 20. Jahrhundert vorgestellt und diskutiert. Alle interessierten Gäste und Studierenden sind herzlich willkommen.

 

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