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Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2019/20


 
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg  •  Historisches Seminar
Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte Westeuropas  •  Prof. Dr. Jörn Leonhard
 


Alle Angaben ohne Gewähr! Änderungen nicht ausgeschlossen!

Vorlesungen

Titel

Einführung in die Geschichtswissenschaft

Dozierende

Prof. Dr. Peter Eich, Prof. Dr. Jürgen Dendorfer, Prof. Dr. Jörn Leonhard

Uhrzeit

Mittwoch, 8:30-10 Uhr s.t.

Raum

HS 2004, KG II

Typ

Vorlesung (Beginn: 23. Oktober 2019)

Veranstaltungsnummer

06LE11V-2019205

Kommentar

Die Einführungsvorlesung stellt exemplarische Zugänge zu zentralen, übergreifenden historischen Phänomenen vor und erläutert dabei epochenspezifische Fragestellungen und aktuelle disziplinäre Forschungsansätze, die in den unterschiedlichen Teilbereichen der Geschichtswissenschaften entwickelt worden sind. Mit dem Rahmenthema „Imperien“ wird dabei ein politisches Ordnungsmodell in den Blick genommen, das von der Antike über das Mittelalter bis in die Neueste Zeit Wirkung entfaltete. Forschungen der letzten Jahrzehnte haben sich „Imperien“ mit neuer Intensität zugewandt, da sie Ordnungen über dem Nationalstaat und unter der einer globalisierten Weltgesellschaft darstellen. Fragen gegenwartsbezogener Relevanz, wie das Ende der kontinentaleuropäischen Imperien nach dem Ersten Weltkrieg oder dem der Sowjetunion 1991, die Rolle der Vereinigten Staaten als globaler Hegemon, der Aufstieg Chinas oder die Struktur der Europäischen Union lassen sich vergleichend aus einer imperialen Logik verstehen. Die Einführungsvorlesung soll darüber hinaus deutlich machen, welchen Perspektiven die epochenübergreifende Struktur des Geschichtsstudiums und die Kompetenz der im Fach Geschichte vereinten Fächer bieten, um imperialen Konstellationen in ihrer historischen Tiefenschärfe zu verstehen. Das Themenspektrum reicht deshalb von den antiken Imperien Griechenlands und Roms über Reiche des Mittelalters, etwa das Heilige Römische Reich in Wirklichkeit und Idee, über frühneuzeitliche und neuzeitliche Kontinental- und Kolonialreiche wie dem Spanischen und dem Britischen Empire, bis hin zur Sowjetunion und China im 20. Jahrhundert. Die Veranstaltung wird begleitet von einem Pflichttutorat, das wöchentlich stattfindet. Die Termine und das Verteilverfahren werden in der ersten Sitzung bekannt gegeben.

 

 

Titel

Alte Reiche und neue Empires, Nationen und Nationalstaaten. Das neuzeitliche Staatensystem seit 1830 (Teil 2)

Dozierende

Prof. Dr. Jörn Leonhard

Uhrzeit

Dienstag, 10-12 Uhr c.t.

Raum

HS 1010 (KG I)

Typ

Vorlesung (Beginn: 29. Oktober 2019)

Veranstaltungsnummer

06LE11V-2019201

Kommentar

Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts standen Staaten und Gesellschaften weltweit im Zeichen neuartiger innerer Spannungen und äußerer Umbrüche. Revolutionsanläufe, Bürgerkriege und Konflikte um die innere Nationsbildung wie die äußere Etablierung neuer Nationalstaaten, aber ebenso die Transformation etablierter Imperien und die Entstehung oder Expansion von neuen Kolonialregimen kennzeichneten die Jahrzehnte seit 1840. Das kennzeichnete einen besonderen Zusammenhang zwischen so unterschiedlichen Ereignissen wie den europäischen Revolutionen 1848/49, dem Krimkrieg, des „Großen Aufstandes“ in Indien, aber auch der Taiping Revolution in China und dem Amerikanischen Bürgerkrieg. Die Vorlesung behandelt diese Phase aus der Perspektive der inneren und äußeren Staatsbildung und fragt nach Kennzeichen und Mechanismen eines sich dynamisch verändernden „Staatensystems“ seit der Jahrhundertmitte. Mit den überkommenen Kategorien der Wiener Kongressdiplomatie von 1815 oder dem Konzept einer „balance of power“ sind diese Entwicklungen nur unzureichend interpretierbar. Was also kennzeichnete die internationale Geschichte von alten und neuen Imperien, Nationen und Nationalstaaten? Und wie lässt sich die Phase ab 1850 interpretieren, ohne in eine retrospektive Logik zu verfallen und sie primär als Vorgeschichte des Ersten Weltkrieges zu verstehen? Die Vorlesung schließt mit einer Klausur in der letzten Vorlesungswoche.

Literatur

Blanning, Timothy C. W. (Hg.): The Nineteenth Century. Europe 1789–1914, Oxford 2000; Jane Burbank und  Frederick Cooper, Empires in World History. Power and the Politics of Difference, Princeton 2010; Eric Hobsbawm, The Age of Capital, 1848–1875, London 1975; Akira Iriye, und Jürgen Osterhammel (Hg.), Geschichte der Welt. 1750-1870: Wege zur modernen Welt, München 2016; Dies. (Hg.), Geschichte der Welt. 1870-1945: Weltmärkte und Weltkriege, München 2012; Jörn Leonhard und Ulrike von Hirschhausen, Empires und Nationalstaaten im 19. Jahrhundert, 2. Aufl. Göttingen 2010; Michael Mann, The Sources of Social Power, Bd. 2: The Rise of Classes and Nation-States, 1760-1914, Cambridge 1993; Wolfgang Reinhard, Die Unterwerfung der Welt. Globalgeschichte der europäischen Expansion 1415–2015, München 2016.

 

Hauptseminare

Titel

Befreiungskriege, Freiheitskämpfe, Globalkonflikte? Was passierte eigentlich zwischen 1800 und 1815?

Dozierende

Prof. Dr. Jörn Leonhard

Uhrzeit

Mittwoch, 10-13 Uhr c.t.

Raum

Übungsraum 2 (KG IV)

Typ

Hauptseminar (Beginn 30.10.2019)

Veranstaltungsnummer

06LE11S-20192050

Kommentar

Der klassische historiographische Zugriff auf die Jahre zwischen 1800 und 1815 ist noch immer primär von den Themen kontinentaleuropäischer Erfahrungen geprägt: die Transformation der Französischen Revolution in die napoleonische Herrschaftspraxis; der Konflikt zwischen französischer Kontinentalhegemonie und multiplen Eindämmungen im Sinne eines Gleichgewichts der Mächte bis 1814/15; die „Entdeckung“ der Nation aus dem Erfahrungsraum des Krieges gegen die französische Okkupationsmacht; die Reformanläufe im Übergang zu einer postrevolutionären Gegenwart, exemplarisch nach 1806 in Preußen und den Rheinbundstaaten als Ausgangspunkt für die Auseinandersetzung mit dem Erbe der Französischen Revolution. Im Seminar geht es vor diesem Hintergrund erstens um die Frage, wie man die Gewalterfahrungen dieser Jahre im Lichte neuer Forschungsansätze analytisch fassen kann, ohne vorschnell in überkommene Interpretationsmuster zu verfallen: Wie also lässt sich der Formwandel der Gewalt durch Kategorien wie Staatenkrieg, Bürgerkrieg, Volkskrieg oder asymmetrische Gewalt erfassen? Zweitens konzentriert sich das Seminar auf globalhistorische Vergleiche, um Entwicklungen in Spanien, Italien, Russland, Preußen oder in den Rheinbundstaaten mit Konflikten in Ägypten, Haiti, Süd- und Nordamerika in Beziehung zu setzen. Wie verändert sich unser Blick auf „Klassiker“ wie Friedrich Meineckes Darstellung der antinapoleonischen „Befreiungskriege“ im Horizont solcher weltweiter Konflikte?

Das Abgabedatum für die Hausarbeit ist der 15. März 2020.
Mündliche Prüfungen nach individueller Absprache i.d.R. zwischen dem 17. Februar und 05. April 2020.

Zu erbringende Studienleistungen: Impulsreferat, Essays, Protokoll.

 

Literatur

David Armitage und Sanjay Subrahmanyam (Hg.), The Age of Revolutions in Global Context, c. 1760–1840, Basingstoke 2010; Christopher Bayly, The Birth of the Modern World. Global Connections and Comparisons, 1780–1914, Oxford 2004; Johannes Kunisch und Herfried Münkler (Hg.), Die Wiedergeburt des Krieges aus dem Geist der Revolution. Studien zum bellizistischen Diskurs des ausgehenden 18. und beginnenden 19. Jahrhunderts, Berlin 1999; Thomas Nipperdey, Deutsche Geschichte 1800–1866. Bürgerwelt und starker Staat, München 1983; Jürgen Osterhammel, Die Verwandlung der Welt. Eine Geschichte des 19. Jahrhunderts, 5. Aufl. München 2010; Hans-Ulrich Wehler, Deutsche Gesellschaftsgeschichte, Bd. 1: Vom Feudalismus des Alten Reiches zur Defensiven Modernisierung der Reformära 1700-1815, 3. Aufl. München 1996.

 

 

Titel

Die Geburt des politischen Massenmarkts. Arenen, Praktiken und Medien politischer Kommunikation im europäischen Vergleich (ca. 1870-1920)

Dozierende

Dr. Theo Jung

Uhrzeit

Montag, 16-19 Uhr c.t.

Raum

R 105 (Breisacher Tor)

Typ

Hauptseminar (Beginn 21.10.2019)

Veranstaltungsnummer

06LE11S-20192051

Kommentar

Dass Europäer ihre Gegenwart an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert zunehmend als Massengesellschaft begriffen, verwies auf die Erfahrung, dass quantitative Steigerungsprozesse in immer mehr Lebensbereichen einen qualitativen Wandel auslösten. Das galt auch für die Politik. Aus dem Aufeinandertreffen von sozialen, wirtschaftlichen und medialen Entwicklungen mit einschneidenden institutionellen Reformen wie der Liberalisierung staatsbürgerlicher Rechte und Wahlrechtserweiterungen ergab sich eine neue Konstellation, für die Hans Rosenberg den Begriff des ‚politischen Massenmarkts‘ geprägt hat. In seinem Rahmen rangen Massenparteien und -verbände unter Dauerbeobachtung der Massenmedien um die Gunst eines sich schrittweise ausweitenden Massenpublikums. Ziel dieses Seminars ist es, diesen Transformationsprozess, dessen Komplexität mit den üblichen Prozessbegriffen wie Politisierung, Demokratisierung, Medialisierung, Parlamentarisierung und Modernisierung nur unzulänglich erfasst wird, genauer in den Blick zu nehmen. Die Veranstaltung setzt sich aus europäisch-vergleichender Sicht mit verschiedenen Räumen und Modi der politischen Auseinandersetzung auseinander, vom Wahlkampf bis zur Parlamentsdebatte und vom Straßenprotest bis zur Presseschlacht. Auf der Basis gezielter Fallstudien aus dem deutschen, britischen und französischen Raum fragt es nach den neuen Arenen, Organisationsformen und Praktiken des Politischen und ihren unterschiedlichen nationalen Konfigurationen. Die vergleichende Sicht erlaubt es dabei, die unterschiedlichen Auswirkungen allgemein-europäischer Strukturentwicklungen auszuloten und so im Einzelfall auch das relative Gewicht unterschiedlicher Ebenen des politischen Gefüges – vom Institutionellen über seine praktische Aneignung bis hin zur politischen Kultur – genauer zu fassen. Schließlich öffnet es auch den Blick für die gegenseitigen Beobachtungen, Transfers und Verflechtungen, durch die sich Europa trotz aller nationaler Unterschiede und Feindschaften dennoch in vieler Hinsicht als gemeinsamer politischer Erfahrungsraum gestaltete.

Das Abgabedatum für die Hausarbeit ist der 23. März 2020.
Mündliche Prüfungen nach individueller Absprache i.d.R. zwischen dem 17. Februar und 05. April 2020.

Zu erbringende Studienleistungen:
Zwei Essays, ein Referat.

Literatur

A. Wirsching: Vom Weltkrieg zum Bürgerkrieg? Politischer Extremismus in Deutschland und Frankreich 1918-1933/39: Berlin und Paris im Vergleich, München 1999; J. Requate: Politischer Massenmarkt und nationale Öffentlichkeiten – Die Entstehung einer “Vierten Gewalt“? Deutschland, England und Frankreich im Vergleich, in M. Kirsch et al (Hrsg.): Der Verfassungsstaat vor der Herausforderung der Massengesellschaft: Konstitutionalismus um 1900 im europäischen Vergleich, Berlin 2002, S. 145-168; W. Hardtwig (Hrsg.): Politische Kulturgeschichte der Zwischenkriegszeit, 1918-1939, Göttingen 2005; F. Lenger (Hrsg.): Kollektive Gewalt in der Stadt: Europa 1890-1939, München 2013; B. Barth: Europa nach dem Großen Krieg: Die Krise der Demokratie in der Zwischenkriegszeit, 1918-1938, Frankfurt a. M. 2016; T. Kaiser: Die Suffragetten als "Eroberinnen" des politischen Raumes: Zur Bedeutung von Straße und Parlament als Orte der Politik in der Frauenwahlrechtsbewegung um 1900, in H. Richter und K. Wolff (Hrsg.): Frauenwahlrecht: Demokratisierung der Demokratie in Deutschland und Europa, Hamburg 2018, S. 125-144; T. Mergel: Betrug, Gewalt, Stimmenkauf: Wahlkulturen in Europa im Übergang zum politischen Massenmarkt, 1860-1914’, Archiv für Sozialgeschichte 58 (2018), S. 85-106.

 

Proseminare

Titel

„Europa, aber wo liegt es?“ Europavorstellungen vom 19. bis ins 21. Jahrhundert

Dozierende

Dr. Friedemann Pestel

Uhrzeit

Dienstag, 12-15 Uhr c.t.

Raum

R 106 (Breisacher Tor)

Typ

Proseminar (Beginn: 22. Oktober 2019)

Veranstaltungsnummer

06LE11S-20192010

Kommentar

„Aber wo liegt es? […] Wo das gelehrte beginnt, hört das politische auf“, konstatierte Friedrich Schiller 1796 in den „Xenien“ in Bezug auf „Deutschland“, als die Französische Revolution und die Revolutionskriege die politischen Ordnungen über die existierenden Grenzen hinaus infrage stellten. Schillers Distichon regt kann daher dazu an, auch für „Europa“ die Frage nach politischen und intellektuellen Entwürfen, nach Zugehörigkeiten, Grenzziehungen in den letzten zwei Jahrhunderten zu stellen. Mithilfe von Europaideen mobilisierten die Zeitgenossen historische Erfahrungen, verorteten sich in ihrer jeweiligen Gegenwart und artikulierten Zukunftsvorstellungen. Dabei zeigt sich, dass der europäischen Integration nach 1945 Europakonzepte vorausgingen, die immer wieder Fragen von Machtbalance und Hegemonie, von Konvergenz und Divergenz, von Inklusion und Exklusion aufwarfen. Damit führte ein Nachdenken über Europa und europäische Strukturen zugleich zu Debatten über die Rolle von Nationalstaaten, Imperien und Regionen sowie über die Verortung Europas in der Welt. Innerhalb der historischen Langzeitperspektive des Seminars liegt ein besonderer Schwerpunkt auf den Kriegen, Krisen und Diktaturen des 20. Jahrhunderts sowie auf dem europäischen Integrationsprozess nach 1945. Im Sinne einer „Geschichte der Gegenwart“ werden wir uns schließlich auch aus unterschiedlichen Perspektiven mit der aktuellen Debatte um europäische Integration und „Desintegration“ beschäftigen.
Das Abgabedatum für die Hausarbeit ist der 23. März 2020.
Mündliche Prüfungen nach individueller Absprache i.d.R. zwischen dem 17. Februar und 05. April 2020.
Zu erbringende Studienleistungen: Zwei Essays, zwei Essaykorrekturen, eine Klausur und zwei Exposés zur Hausarbeit/mündlichen Prüfung.

Literatur

Vanessa Conze: Das Europa der Deutschen. Ideen von Europa in Deutschland zwischen Reichstradition und Westorientierung (1920–1970) (Studien zur Zeitgeschichte 69), München 2005; Michael Gehler: Europa. Ideen – Institutionen – Vereinigung – Zusammenhalt, Reinbek 32018; Ivan Krastev: Europadämmerung. Ein Essay, Berlin 2017; Kiran Klaus Patel: Projekt Europa. Eine kritische Geschichte, München 2018.

 

 

Titel

Zeitenwende 1900? Europäische Gesellschaften am Vorabend des Ersten Weltkrieges

Dozierende

Dr. Christina Schröer

Uhrzeit

Donnerstag, 9-12 Uhr c.t.

Raum

R 4429

Typ

Proseminar (Beginn: 24. Oktober 2019)

Veranstaltungsnummer

06LE11S-20192016

Kommentar

Viele Zeitgenossen erlebten die Zeit um 1900 als eine dramatische Um- bruchsphase. In den 14 Jahren bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges wurden alle Bereiche des Lebens, Alltag, Gesellschaft, Politik, Religion, Kunst und Wissenschaften von rasanten Veränderungen erfasst und ver- traute Gewissheiten fundamental in Frage gestellt. Dies führte in vielen europäischen Gesellschaften zu einer spannungsreichen Stimmung zwi- schen Aufbruch und Krise. Der Schwerpunkt des Seminars liegt auf dem Deutschen Reich, welches je nach Thema teilweise auch mit anderen Ländern (insbesondere Frankreich und Großbritannien) verglichen wer- den soll. Exemplarisch werden einzelne Bereiche wie die Entwicklung von Parlamentarismus und politischen Parteien, von Industrie und Technik, Wissenschaft und Religion, Medien, Hoch- und Massenkultur, Familie und Frauen, Weltmacht- bzw. Kolonialpolitik behandelt, aber auch Ängste und Feindbilder sowie alltagskulturelle Themen wie der zunehmende Milita- rismus oder die aufkommende Bedeutung des Sports. Noch 1914 konnte niemand ahnen, in welchem Ausmaß die Erfahrung des Ersten Welt- krieges vielen Entwicklungen ein jähes Ende bereiten bzw. eine neue Wendung geben sollte. Das Seminar bietet gleichzeitig eine Einführung in die Arbeitstechniken, Methoden und unterschiedlichen Interpretationsan- sätze der Geschichtswissenschaft.
Das Abgabedatum der Hausarbeit ist der 16. März 2020
Mündliche Prüfungen nach individueller Absprache i.d.R. zwischen dem 17. Februar und 05. April 2020

Literatur

Literatur: Philipp Blom, Der taumelnde Kontinent. Europa 1900 - 1914, 4. Aufl., München 2014; Ewald Frie, Das Deutsche Kaiserreich, 2., erw. und bibliogr. aktualisierte Aufl., Darmstadt 2013; Sven Oliver Müller/Cornelius Torp (Hrsg.), Das Deutsche Kaiserreich in der Kontroverse, Göttingen 2009; Sebastian Conrad/Jürgen Osterhammel (Hrsg.), Das Kaiserreich transnational. Deutschland in der Welt 1871 - 1914, Göttingen 2004.
 

Übungen

Titel

Film und Öffentlichkeit im 20. Jahrhundert

Dozierende

PD Dr. Sonja Levsen

Uhrzeit

Freitag, 8:30–12 Uhr Uhr s.t. (14-täglich)

Raum

Übungsraum 2 (KG IV)

Typ

Übung (Beginn: 25.10.2019)

Veranstaltungsnummer

06LE11Ü-20192013

Kommentar

Waren die Jahre vor 1914 das ‚goldene Zeitalter der Presse‘, bekamen Zeitungen seit den 1920er Jahren vor allem von einem neuen Medium Konkurrenz: vom Film. Auch nach dem Aufstieg des Radios blieb der Film ein Massenmedium, das europäische Gesellschaften prägte, das von der Politik als Chance und Herausforderung begriffen, und zum Gegenstand intensiver gesellschaftlicher Debatten wurde. Im Mittelpunkt steht die Frage nach dem Verhältnis von Film und politischer Öffentlichkeit im 20. Jahrhundert, seinen politischen Funktionalisierungen und Potenzialen. Spannend ist dabei nicht zuletzt die Frage nach der Interaktion national geprägter Öffentlichkeiten mit einer zunehmend transnationalen Filmkultur. Wir diskutieren Filme (in der Regel Ausschnitte) und ihre zeitgenössische Rezeption, die im 20. Jahrhundert zu nationalen oder transnationalen Medienereignissen wurden, die Debatten über die jeweilige Gegenwart oder Vergangenheit der Gesellschaften hervorbrachten – von Weltkriegsfilmen in den späten 1920er Jahren über Filme des Nationalsozialismus und ‚Skandalfilme‘ der Nachkriegszeit bis hin zu Zäsuren der Vergangenheitsdebatten wie le chagrin et la pitié (Das Haus nebenan, 1969) oder Holocaust (1978). Sekundärliteratur, Einführungen durch Übungsteilnehmer und zeitgenössische Quellen bilden die Grundlage für die Diskussionen.
Zu erbringende Studienleistungen:
Filmpräsentation (Szenenauswahl, Einführung, Rezeption); regelmäßige Lektüre und aktive Beteiligung.

Literatur Ute Daniel/Axel Schildt (Hrsg.): Massenmedien im Europa des 20. Jahrhunderts, Wien u.a. 2010; Werner Faulstich: Die Mediengeschichte des 20. Jahrhunderts, München 2012; Axel Schildt: Das Jahrhundert der Massenmedien. Ansichten zu einer künftigen Geschichte der Öffentlichkeit, in: Geschichte und Gesellschaft 27/2 (2001), S. 177-207.

 

 

Titel

Ereignisgeschichte 2.0. Neue Ansätze zum „Elementarteilchen der Geschichte“

Dozierende

Dr. Theo Jung

Uhrzeit

Dienstag, 16-18 Uhr c.t.

Raum

R 105 (Breisacher Tor)

Typ

Übung (Beginn: 22.10.2019)

Veranstaltungsnummer

06LE11Ü-2019201

Kommentar

Das Verhältnis der Geschichtswissenschaft zum Ereignisbegriff ist paradox: Einerseits ist Geschichte ohne das Ereignis kaum denkbar, andererseits steht die ‚bloße‘ Ereignisgeschichte oft im Ruf, eine unzeitgemäße, unterkomplexe Form der Geschichtsschreibung zu sein. Im Bereich der populären Geschichtskultur und der Geschichtsdidaktik steht das Ereignis indes bis heute unvermindert im Fokus, was sich nicht zuletzt in der Popularität von historischen Jubiläen (1492, 1517, 14.7.1789, 1848, 11.11.1918, 1.9.1939, 1968, 9/11, usw.) ausdrückt. Vor diesem Hintergrund stellt die Übung verschiedene Ansätze einer ‚neuen Ereignisgeschichte‘ zur Diskussion, die versuchen, diese zentrale historische Kategorie in ein neues Licht zu rücken. Die Veranstaltung orientiert sich dabei an drei Leitfragen, die in unterschiedlicher Weise das Verhältnis des Ereignisses zu den Zusammenhängen, in denen es eingebettet ist, in den Blick nehmen: Erstens sein Verhältnis zu Strukturen und Prozessen: Sind Ereignisse bloße „Schaumkronen auf den Wellen der Geschichte“ (Braudel) oder haben sie eine eigene Dynamik, die zuweilen sogar neue Entwicklungen und Strukturen begründen kann? Zweitens zur Erzählung: Wie lässt sich das Wechselverhältnis zwischen dem historischen Narrativ (das sich nicht zuletzt entlang ‚ereignishafter‘ Scharnierpunkte bewegt) und dem Ereignis (dessen Bedeutung sich im Wesentlichen erst aus seiner Einbettung in narrativen Strukturen ergibt) fassen? Drittens zur Medialität: wie wird unser Blick auf Ereignisse durch die Medien, in denen es uns begegnet, geformt und bekommen sogenannte ‚Medienereignisse‘ im Rahmen der globalisierten Mediengesellschaft, in dem das Ereignis (u.a. auch als Event) eine immer zentralere Rolle zu spielen scheint, eine neue Qualität?
Zu erbringende Studienleistungen:
Klausur, Protokoll.

Literatur F. Bösch und P. Schmidt (Hrsg.): Medialisierte Ereignisse. Performanz, Inszenierung und Medien seit dem 18. Jahrhundert, Frankfurt a. M. 2010; R. Koselleck und W.-D. Stempel (Hrsg.): Geschichte. Ereignis und Erzählung, München 1973; P. Ricoeur: Le Retour de l'événement, in: Mélanges de l'École française de Rome 104, H. 1 (1992), S. 29-35; A. Suter und M. Hettling (Hrsg.): Struktur und Ereignis, Göttingen 2001; M. Tamm (Hrsg.): Afterlife of Events. Perspectives on Mnemohistory, Basingstoke 2015.
 

Kolloquium

Titel

Kolloquium zur Europäischen Geschichte

Dozierende

Prof. Dr. Jörn Leonhard

Uhrzeit

Dienstag, 18-20 Uhr c.t.

Raum

Übungsraum 2, KG IV

Typ

Kolloquium (Beginn: 22.10.2019)

Veranstaltungsnummer

06LE11K-2019201

Kommentar

Im Kolloquium werden aktuelle Forschungsprojekte sowie laufende Abschlussarbeiten zum Themenbereich der europäischen und internationalen Geschichte vom 18. bis zum 20. Jahrhundert vorgestellt und diskutiert. Alle interessierten Gäste und Studierenden sind herzlich willkommen.

 

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